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29. September 2025, erzählt von Patrick

Patrick erhält Wissenschaftspreis auf Einsteins Bühne. Zeit für uns, Klimakommunikation neu zu denken: politisch(er), mutig, kollektiv.

Am Samstagabend stand unser Patrick auf derselben Bühne der Archenhold-Sternwarte, auf der Albert Einstein 1915 seinen ersten Berliner Vortrag über die Relativitätstheorie hielt. Patrick durfte dort den Fastforward Science Award – Sonderpreis Energie entgegennehmen, verliehen von Wissenschaft im Dialog und der MVV Stiftung Zukunft.

Ein historischer Ort für einen besonderen Moment – und ein Anlass, über Ideen nachzudenken. Nicht über physikalische, die die Leser dieses Blogs, einschließlich seines Autors, wahrscheinlich eh nicht verstehen, sondern über die, die wir heute brauchen.

Alt und schick: Die Archenhold-Sternwarte

Alt und schick: Die Archenhold-Sternwarte

Ein Preis ohne akademische Titel

Was Patrick erst später klar wurde: Von allen diesjährigen Preisträger:innen war er der einzige ohne akademischen Hintergrund. Alle anderen kamen direkt aus der Wissenschaft oder befanden sich zumindest mitten im Studium. Dass die Jury nicht auf Titel, sondern auf die Arbeit geachtet hat, zeigt etwas Wichtiges: Die besten Geschichten für Veränderung entstehen nicht zwangsläufig in Elfenbeintürmen. Sie entstehen dort, wo Menschen die Verbindung zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und echten Wandel schaffen.

Begleitet wurde Patrick von seiner Frau und unserem Michi. Später, im Bus Richtung Hotel, zwischen dem Herumalbern und dem Nachklingen des Abends, wurde ihm klar: Diese unscheinbaren Momente der Verbundenheit stehen den großen Augenblicken in nichts nach. Denn genau darum geht es auch in unserer Arbeit – um die Kraft des Kollektivs, nicht des Einzelnen.

Patrick im Glück

Patrick im Glück

Dieser Preis ist für uns bei beyond content eine Anerkennung, klar, aber auch ein Meilenstein auf einem Weg, den wir ständig weiterentwickeln. Denn wenn wir ehrlich sind: Die Art, wie wir über Klima und Umwelt sprechen, funktioniert nicht mehr wie früher. Die schockierenden Statistiken, die individuellen Tipps zum CO₂-Sparen, die Appelle an das schlechte Gewissen – sie verfangen kaum noch.

Menschen wissen längst, dass der Planet in der Krise steckt. Was sie jetzt verstehen wollen: Wer hat die Macht? Welche Systeme halten die Zerstörung aufrecht? Und vor allem: Wie können wir gemeinsam etwas ändern?

Deshalb entwickeln wir unsere Klimakommunikation weiter. Das sind einige Prinzipien, denen wir von nun an stärker folgen:

  1. Wir benennen die Ursachen, nicht nur die Symptome. Umweltzerstörung ist kein Betriebsunfall, sondern logische Folge eines auf endlosem Wachstum basierenden Systems. Wer nur über schmelzende Gletscher spricht, ohne über Machtkonzentration und fossile Lobbys zu reden, kratzt nur an der Oberfläche.
  2. Hoffnung statt Optimismus. Optimismus sagt: „Wird schon.“ Hoffnung sagt: „Wir können es schaffen – wenn wir kämpfen.“ Unsere Geschichten sollen nicht beruhigen, sondern aktivieren. Sie zeigen nicht, dass alles gut wird, sondern dass eine bessere Welt möglich ist – wenn wir sie gemeinsam erkämpfen.
  3. Verbindungen sichtbar machen. Klimagerechtigkeit ist untrennbar mit sozialer Gerechtigkeit verbunden. Die gleichen Strukturen, die den Planeten zerstören, produzieren auch Ungleichheit, Ausbeutung und Unterdrückung.
  4. Kollektive Macht statt individueller Ohnmacht. Genug von der Erzählung, dass wir als Einzelne die Welt retten müssen. Echte Veränderung entsteht durch organisierte Bewegungen, Gewerkschaften, direkte Aktionen und neue demokratische Formen.
Michi und Patrick nach der Preisverleihung

Michi und Patrick nach der Preisverleihung

Diese Entwicklung bedeutet nicht, dass wir jetzt Manifeste schreiben. Wir bleiben Geschichtenerzähler:innen. Aber unsere Geschichten werden mutiger, klarer, politisch(er). Sie inspirieren nicht durch falsche Versprechen, sondern durch echte Beispiele kollektiver Kraft.

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